Diabetes und Impotenz

Erektile Dysfunktion, umgangsprachlich als Impotenz bekannt, ist eine der häufigsten Folgeerkrankungen bei männlichen Diabetikern. Da Diabetes die Volkskrankheit Nummer eins in Europa und allen Industrieländern ist, sind dementsprechend viele Männer von einer Potenzstörung aufgrund von Diabetes betroffen. Europäische Studien belegen, dass nach 10 Jahren Zuckerkrankheit fast jeder zweite Mann von erektiler Dysfunktion betroffen ist. Im Prinzip ist das schon im Alter unter dreissig Jahren möglich, aber natürlich nimmt die Häufigkeit von Diabetes und einer Erektionsstörung aufgrund der Zuckerkrankheit mit dem Alter zu.

Tabuthema Impotenz

Impotenz ist ein großes Tabuthema. Die männliche Potenz ist jedem Mann das Heiligste – wie auch der Frau das Thema Sexualität und Fruchtbarkeit existentiell wichtig sind. Das Selbstwertgefühl der Betroffenen, sei es Mann oder Frau, wird demensprechend kräftig angegriffen. Bei Vorliegen einer Diabetes müssen viele Betroffene fürchten, ihre Männlichkeit für immer zu verlieren. Daher reden aus falschem Schamgefühl die meisten Menschen nicht über das Thema erektile Dysfunktion.

Was ist die Ursache der erektilen Dysfunktion bei Diabetikern?

So mancher Diabetiker weiss lange nichts von seiner Zuckerkrankheit. Erst wenn er Potenzprobleme bekommt und zum Arzt geht, wird die Diabetes erstmals diagnostiziert. Sind die Blutzuckerwerte über einen längeren Zeitraum erhöht, wirkt sich dies auf alle Blutgefäße des Körpers aus. Auch die Blutgefäße des Penis sind davon betroffen. Auch dort setzen sich Zuckermoleküle an den Wänden der kleinen Gefäße ab, verengen die Gefäße und machen sie unbeweglich. Somit wird nicht mehr genügend Blut in den Schwellkörper des Penis transportiert. Der Penis wird daher nicht steif

Neben den Blutgefäßen sind auch die Nervenzellen ein Opfer der erhöhten Blutzuckerwerte. Durch schlechte Durchblutung werden die Nerven im Penis nicht ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt und können absterben. Zudem kann es vorkommen, dass sich Zuckermoleküle an den Enden der Nerven festsetzen und so die Weiterleitung von Signalen des Gehirns verhindern. Erektionsauslösende Impulse der Nerven werden so nicht weitergeleitet. Auch die Muskulatur des Penis kann durch diabetesbedingte Durchblutungsstörungen geschädigt werden.

Diabetes und psychische Impotenz

Die Zuckerkrankheit bringt zusätzlichen Stress in das Leben der Diabetiker. Jetzt müssen sie nicht nur auf ihren Blutzuckerspiegel achten und sich regelmäßig Insulin spritzen, sondern haben auch noch Schwierigeiten beim Geschlechtsverkehr. Das belastet und erhöht die Potenzprobleme abermals. Es bildet sich quasi ein Teufelskreis der Impotenz:

  • Stress durch Insulin-spritzen und Einschränkung der Ernährungsgewohnheiten
  • Die Erektionsfähigkeit ist bedingt durch Diabetes nicht befriedigend
  • Geschlechtsverkehr ist nicht möglich oder unbefriedigend
  • Stress, Hormonausschüttung, Hemmung, Angstgefühl vor dem Versagen
  • dadurch bedingt: abermalige Reduzierung der Potenz

Für den Diabetiker gilt es, die Ursache der erektilen Dysfunktion, nämlich schwache Gefäße und schlechte Durchblutung der Gefäße im Penis, zu behandeln und gleichzeitig etwas für seine Psyche zu tun.

Potenzmittel bei Diabetes

Für den Diabetiker gibt es im Prinzip zwei Alternativen, wenn es um das Thema Potenzmittel geht:

  1. PDE-5 Hemmer, also chemische Arzneimittel, die den Abbau des Botenstoffes cGMP (cyclisches Guanosinmonophsphat) schlagartig reduziern, oder
  2. Potenzmittel auf Aminosäuren Basis, die die Bildung des Botenstoffes cGMP fördern.

Für die PDE-5 Hemmer (Viagra, Cialis, Levitra) spricht, dass sie sofort wirken. Eine Potenzpille eingeworfen und die Wirkung setzt in 30 Minuten ein. Ausserdem ist die Wirksamkeit des Potenzmittels über nunmehr fast 15 Jahre geprüft und bewiesen.

Für die natürliche Alternative eines Potenzmittels auf Basis von Aminosäuren sprechen mehrere Dinge:

  • Diese Rezeptmittel kann man rezeptfrei und unkompliziert in der Apotheke kaufen
  • Die Wirkung ist zwar nicht sofort, sondern erst nach mehreren Wochen vorhanden. Dafür ist die Wirkung aber nach Erfahrung vieler ebenfalls sehr gut, und man muss nicht jedes Mal direkt vor dem Sex eine Pille einwerfen (sondern regelmäßig morgens und abends)
  • Die Aminosäure L-Arginin hilft, die Insulinresistenz zu mindern. In mehreren größeren Studien ist nachgewiesen worden, dass die regelmäßige Einnahme von L-Arginin dazu führen kann, dass der Blutzukerspiegel um rund 15% sinken kann.
  • Dadurch hat man quasi zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Die Durchblutung ist besser, die Gefäße flexibler, und dies hilft nicht nur dem Penis, sondern auch den anderen Organen und sicher auch der Durchblutung der Augen, z.B.

Daher gibt es auch einige Urologen, die immer wieder empfehlen, die Therapie zunächst einmal mit geeigneten Aminosäurepräparaten zu beginnen. Selbst wenn die Wirkung durch die Kombination mit einem PDE-5 Hemmer verstärkt werden sollte: auf jeden Fall kann die Dosierung des chemischen Potenzmittels verringert werden, und auf jeden Fall tut man auch ansonsten mit L-Arginin etwas für die Gesundheit seiner Gefäße.

BLOG