Wann bin ich impotent?

Allein das Wort Impotenz flößt einigen Männer das blanke Grauen ein. Von der Möglichkeit, irgendwann einmal seiner eigenen Sexualität nicht mehr Herr zu sein, wollen die meisten Männer gar nichts wissen. Dies würde nicht nur den Verlust der Männlichkeit bedeuten, sondern auch einem gnadenlosen Versagen vor der Partnerin. Die Potenzstörung ist zu einem Tabu-Thema geworden und dies macht es schwer, heraus zu finden, wie viele Männer tatsächlich an dieser Krankheit leiden. Nach mehreren Studien zufolge, sollten etwa 50 Prozent der Männer über 40 an der erektilen Dysfunktion(ED) leiden.

Definition

Das Wort Impotenz hat für die meisten Männer eine äußerst schlimme Bedeutung. – Oh nein, ich werde nie wieder Sex haben können! – So düster sieht die Sache jedoch nicht aus. Zunächst einmal zur korrekten Bezeichnung. Wer impotent ist, also über einen längeren Zeitraum keine Erektion zustande bekommt, der leidet unter einer erektilen Dysfunktion, kurz ED genannt. Auch Begriffe wie Erektionsstörung oder Potenzstörung bezeichnen dieselbe Krankheit. Das Wort Impotenz wird eher im Volksmund benutzt.

Bei einer erektilen Dysfunktion ist das Sexualleben des Mannes stark gestört. Er ist nicht in der Lage, auf eine für ihn und seine Partnerin befriedigende Weise, Geschlechtsverkehr zu haben. Diese Form der Sexualstörung, zu der auch der vorzeige Samenerguss gehört, kann verschiedene Ursachen haben. Das Hauptproblem ist die fehlende oder mangelnde Erektion des Penis über einen gewissen Zeitraum. Dies bedeutet allerdings nicht, dass Mann impotent ist, wenn er zweimal hintereinander keine Erektionen aufbauen konnte. Zur Beruhigung und Aufklärung sei eines gesagt: es ist völlig natürlich, dass Männer hin und wieder nicht in der Lage sind, mit ihrer Partnerin zu schlafen. Genauso natürlich ist es, wenn die Ejakulation hin und wieder nicht erreicht wird, weil der Penis übererregt ist. Als Potenzstörung wird dieses Verhalten erst dann bezeichnet, wenn es ohne Unterbrechung über einen langen Zeitraum verläuft.

Ursachen

Die Ursachen für eine erektile Dysfunktion können zum einen in organischen Störungen und zum anderen in psychischen Störungen liegen. Es gibt jedoch ein klares Anzeichen zur Unterscheidung. Bekommt der Mann während des nächtlichen Schlafes eine Erektion, sind organische Fehlfunktionen dafür ausgeschlossen. Man fragt sich vielleicht, wie so etwas herausgefunden werden kann. Die so genannte NPTR-Messung zeichnet alle nächtlichen Erektionen auf und kann somit sehr aufschlussreich sein.

Organische Ursachen:

Wer Probleme mit dem Herzen hat oder an Arterienverkalkung leidet, kann auch Potenzprobleme bekommen. Dies liegt unter anderem daran, dass die Blutgefäße des Herzens denen des Penis ähnlich sind.

Verletzung, Operationen oder Schädigungen der Schwellkörper und des Penis können ebenfalls ein Grund sein.

Zudem führen Alkoholkonsum, Rauchen und hoher Blutdruck zu weiteren Schäden, die wiederum eine Impotenz begünstigen können.

Psyche und weitere Ursachen:

Doch auch Medikamente wie Antidepressiva oder Betablocker können Einfluss auf den Blutdruck nehmen und so eine erektile Dysfunktion herbeiführen.

Stress und psychische Belastung sind weitere Ursachen, die vor allem für gelegentliche Erektionsschwierigkeiten verantwortlich sein können. Bei den betroffenen Männern besteht oft sexuelle Lust, doch Versagensängste oder Leistungsdruck entmannt sie. Auch wenn Frau kaum glauben mag, dass das starke Geschlecht Bammel vor der schönsten Nebensache der Welt haben könnte, so passiert dies wahrscheinlich öfter als zugegeben wird. Im Angesicht der Gesellschaft wird der Mann mehr oder minder in die Rolle des „Befriedigers“ geschoben. Er soll für die sexuelle Erfüllung seiner Frau sorgen und stets leistungsbereit sein. Dieses unnatürliche Bild einer sexuellen Partnerschaft ist jedoch völlig verkehrt und nicht zeitgemäß. Die Ejakulation des Mannes wird als höchstes Ziel angesehen und als einziger Grund für den Geschlechtsverkehr. Dies sollte jedoch nicht Sinn und Zweck einer Liebesbeziehung sein. Natürlich sind beide Partner für ein ausgewogenes und glückliches Sexualleben verantwortlich. Auch wenn die Frau meist eine passive Rolle einnimmt, so kann sie jede Menge dazu beitragen.

Behandlung

Um heraus zu finden, ob Mann für Erektionsstörungen gefährdet ist, kann er einen Selbsttest machen. Im Internet findet man einige Fragebögen, die mögliche Gefahren ermitteln. So ein Selbsttest ist jedoch recht ungenau und sollte bei ernsthaften Problemen niemals den Gang zum Arzt ersetzen.

Eine erfreuliche Nachricht für alle: Potenzstörungen können in sehr vielen Fällen behandelt werden. Das wohl bekannteste Potenzmittel ist Viagra, mittlerweile werden aber zunehmend auch natürliche Potenzmittel mit Arginin und Ornithin in Verbindung mit Vitaminen zur Behandlung eingesetzt. Die Wirksamkeit ist jedoch von einigen Faktoren abhängig. Zunächst sollten die wahren Gründe für die Störung ermittelt werden. Die Einnahme überflüssiger Medikamente könnte beispielsweise abgesetzt werden, Schäden der Schwellkörper könnten behandelt werden, etc. Die psychischen Gründe könnten mit Hilfe eines Therapeuten aufgeschlüsselt und beseitigt werden. Neben potenzsteigernden Mitteln, können auch mechanische Geräte wie eine Penispumpe eingesetzt werden. Sie ist eine Alternative zu der Einnahme von Medikamenten und weist kaum Nebenwirkungen auf, bei richtiger Behandlung. Ist ein Mann einmal impotent, muss er das in keinem Fall für den Rest seines Lebens bleiben.

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